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Sonntag, 27. September 2020
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Wasserleitung verlegen: Das sollten Sie unbedingt wissen

Bei der Verlegung von Trink- und Abwasserleitungen sind Mindestabstände und andere Faktoren zu beachten.
Bei der Verlegung von Trink- und Abwasserleitungen sind Mindestabstände und andere Faktoren zu beachten.

Während früher das Verlegen einer Wasserleitung strikt einem Fachbetrieb vorbehalten war, ist es heutzutage auch gut möglich, sie selbst zu verlegen. Manche Systeme setzen nicht einmal Werkzeug voraus, da die Anschlüsse und Verbindungen einfach zusammengesteckt werden. Allerdings gilt das nur für bestimmte Bereiche. Den Hausanschluss selbst etwa installiert jedenfalls der in Ihrem Gebiet zuständige Wasserversorger. 

In einem Altbau ist das jedoch meist nicht nötig, da der Anschluss schon vorhanden ist und bereits am öffentlichen Netz hängt. Auch einem Fachmann vorbehalten bleibt das Anschließen von Leitungen an den Wasserzähler. Doch das Verlegen der Rohre kann man auch gut selbst in die Hand nehmen. Ausnahme besteht bei einer Mietwohnung: Hier dürfen Sie eine Wasserleitung auf keinen Fall selbst verlegen. In diesem Fall ist einzig und allein der Vermieter für solche Arbeiten zuständig.

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Wie tief wird eine Wasserleitung verlegt?

Bei einer erdverlegten Trinkwasserleitung beträgt der erforderliche Abstand zu Abwasserleitungen mindestens einen Meter, darüber hinaus darf diese nicht tiefer liegen als die Abwasserleitung. Der Mindestabstand zu den anderen Leitungen beträgt 20 Zentimeter. Dieser Abstand ist nicht erforderlich, wenn eine Führung im Schutzrohr installiert wird.

Leitungen für die Trinkwasserversorgung verlegt man immer möglichst geradlinig mit einer Steigung zu den Zapfstellen. Das garantiert, dass man die gesamte Wasseranlage mit einem Entleerungsventil, das direkt am Absperrhahn angebracht ist, entleeren kann.

Wie tief gefriert der Boden?

Als Grundregel gilt: Laufen die Leitungen über der Erdoberfläche, direkt darunter oder an den Hauswänden entlang, müssen sie immer vor Frost isoliert werden. Ein wichtiger Richtwert ist hier die Frosttiefe, auch Frosteindringtiefe genannt. Diese beschreibt, wie weit der Frost in den Untergrund eingedrungen ist. Prinzipiell kann der Boden in Ausnahmefällen, bei andauernder Kälter, auch mehr als einen Meter gefrieren. Je besser die Wärmeleitfähigkeit des Bodens ist, desto tiefer dringt der Frost in den Boden ein.

Sobald im Winter die Temperaturen unter Null Grad Celsius fallen, passiert es immer wieder, dass Wasserleitungen gefrieren. Die Folge sind oft Rohrbrüche und massive Folgeschäden. Viele Eigenheimbesitzer fragen sich: Was soll ich tun, wenn die Wasserleitung gefriert? Sie können sich dagegen mit ein paar einfachen Maßnahmen schützen:

  • Räume und Wände nie vollständig auskühlen lassen
  • Thermostat nie komplett zudrehen
  • Außenliegende Leitungen müssen isoliert sein
  • Jeder Raum wird seperat beheizt und die Türen müssen geschlossen sein
  • Immer nur kurz Durchlüften
  • Fenster nicht kippen
  • Möbel weg von Heizkörper stellen
  • Wasserhahn regelmäßig etwas laufen lassen
  • Ungenutzte Leitungen absperren und gänzlich entleeren

Ein Frostschaden ist immer ein Fall für die Haushalts- bzw. Wohngebäudeversicherung. Einen Überblick rund um Versicherungen, die für den Hausbau notwendig sind, finden Sie hier.

Welches Material nutzt man für Wasserleitungen?

Die Installation des Trinkwassers erfordert besonders beim Altbau besondere Aufmerksamkeit. Zwar funktionieren auch alte Rohre noch eine Weile, doch der mögliche gesundheitliche Schaden durch das veraltete Material steht einer weiteren Nutzung oft entgegen. Das ist spätestens dann der Fall, wenn die Grenzwerte für Schwermetalle oder Bakterien überschritten werden. Klar ist: Das Material der Wasserleitung spielt für die Qualität des Trinkwassers eine wichtige Rolle.

Das optimale Material hängt unter Anderem auch von der Beschaffenheit des Wassers in Ihrer eigenen Region ab. Diese Gegebenheiten von einem Fachmann einschätzen zu lassen, ist immer eine gute Idee. Oft hilft Ihnen auch das regionale Wasseramt mit nützlichen Informationen weiter. Beliebt sind aktuell aber vor allem Kunststoffrohre, das trifft besonders auf den Neubau zu. Kunststoffrohre haben eine hohe Lebensdauer und sind sehr flexibel einsetzbar. Hier kann sich nicht, wie etwa bei veralteten Bleirohren, Schwermetall aus dem Material lösen und ins Trinkwasser gelangen.

Das gilt jedoch nicht automatisch auch für eine mögliche bakterielle Verunreinigung. Denn auch in Kunststoffrohren können sich Filme ansiedeln, die einen Nährboden für Baktieren und Erreger darstellen. Alternativ kommen Kupfer- oder Edelstahlrohre in Betracht. Kupfer ist nach Kunststoff das zweitbeliebteste Material für Wasserleitungen. Hier ist allerdings ein Verbinden der Rohre nur durch Löt- und Pressarbeiten möglich, weshalb es deutlich schwerer ist, diese als Heimwerker im Alleingang zu verarbeiten. Und auch bei Kupfer das Problem: Das Material hat eine hohe Löslichkeit, die besonders bei hartem Wasser zu einem Problem wird.

Wie kann man eine Wasserleitung reinigen?

Alternativ zur Erneuerung der Leitungen können diese auch gereinigt werden. Wenn das Wasser in Ihrem Haus zu viel Rost oder Kalk enthält, könnte dies für Sie eine Lösung darstellen. Fach-Hersteller bieten ein Mittel an, das einfach in die Rohre gelassen wird, dieses entkalkt und von innen beschichtet. Eine solche Reinigung wird vor allem bei Rost verwendet und verhindert Korrosion im Wasser.

Ein solches komplettes Spülen der Wasserleitungen mit einer anschließenden Innensanierung dauert in der Regel ein paar Tage und sollte, so die Hersteller, sowohl den Lochfraß bei Kupferleitungen stopfen, als auch Haarrisse in Kunststoffleitungen durch die Isolierung reparieren.

Eine Reinigung ist jedenfalls deutlich günstiger als eine komplette Erneuerung und auch schneller erledigt. Ob Sie in Ihrem Fall jedoch ausreicht oder die Rohre schon zu alt sind, sollten Sie letztendlich von einem Fachmann beurteilen lassen.

Kosten für das Verlegen einer Wasserleitung

Bei der Sanierung von Trinkwasserleitungen tauscht man normalerweise keine einzelnen Rohre aus, sondern klemmt das ganze System ab und tauscht alle Rohre aus. Ein grober Richtwert liegt hier bei rund 40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, der für eine Erneuerung der Trinkwasserleitungen zu berappen ist. Bei einem Haus mit 250 Quadratmeter Wohnfläche müssen sie also mit Kosten von rund 10.000 Euro kalkulieren.

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