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Mittwoch, 23. September 2020
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Sozialer Wohnbau MGG22 setzt auf Bauteilaktivierung

Die Delegation aus München mit Vertretern der Stadt Wien, der Bauherren und der VÖZ beim Besuch der bauteilaktivierten Wohnhausanlage MGG22
Die Delegation aus München mit Vertretern der Stadt Wien, der Bauherren und der VÖZ beim Besuch der bauteilaktivierten Wohnhausanlage MGG22

In Stadlau, perfekt angebunden an U- und S-Bahn, wurde soeben der erste mehrgeschoßige, soziale Wohnbau mit Bauteilaktivierung Wiens – MGG22 in der Mühlgrundgasse im 22. Bezirk – seinen Nutzern übergeben. Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal hatte es sich nicht nehmen lassen, eingangs der Woche persönlich zur Eröffnung des zukunftsweisenden Wohnbaus zu kommen. Die schlaue Ausnützung der Speichermasse Beton zum Heizen und Kühlen, das viele Grün und die klugen Grundrisse führten zu einem Run auf die Wohnungen. Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ) wollte es jedoch genau wissen – und ist nun stolzer Mieter einer Wohnung im Objekt 7.

„Wir wissen, dass die Bauteilaktivierung funktioniert, aber in Gesprächen mit den Bauherren entstand bei uns die Idee, dass wir so etwas wie eine Musterwohnung brauchen, in die wir Bauträger, Planer und Architekten einladen können, damit sich diese von den positiven Effekten der Nutzung der Speichermasse Beton live vor Ort überzeugen können“, so Sebastian Spaun, Geschäftsführer der VÖZ. Das Interesse an dem Wohnbau war gewaltig – klar, denn leistbare Wohnungen mit nahezu null Energiekosten, das wünscht sich jeder. Begeisterung rief das Projekt allerdings auch außerhalb Österreichs hervor.

Leistbar und höchst energieeffizient

Anlässlich der Eröffnung reiste eine 25-köpfige Delegation aus München im Rahmen einer Stadtratsreise unter der Leitung von Bürgermeister Manuel Pretzl extra an, um sich vor Ort selbst ein Bild über die höchste Energieeffizienz im geförderten Wohnbau zu machen. „Wir waren wirklich verblüfft, die Delegation aus München war dermaßen begeistert – Bauteilaktivierung war natürlich bekannt, aber noch herrschte der Irrglauben vor, dass diese für den geförderten Wohnbau ein viel zu kostenintensives Konzept ist. Wir konnten dies widerlegen. Der Vorteil für unsere Nachbarn ist vor allem, dass wir in Österreich nun wirklich über eine breite Expertise verfügen – MGG22 ist bereits das zweite geförderte Wohnbauprojekt mit Bauteilaktivierung, neben Sommerein“, freut sich Sebastian Spaun. Die gemeinnützigen Bauträger haben diesbezüglich eine Vorreiterrolle.

Ökologie und Energieeffizienz

Am dreigeteilten Bauplatz stehen zehn Häuser mit insgesamt 160 Wohnungen, sie wurden als Niedrigenergiegebäude mit Bauteilaktivierung und Nutzung alternativer Energie gebaut. Der erste Teil wird vom gemeinnützigen Bauträger Neues Leben (Architekten Thaler Thaler) bespielt, der zweite von Architekt Alfred Charamza und auf dem dritten stehen Norbert Mayrs beide Häuser (Sophie und Peter Thalbauer Architekten). Für Bauherren Nobert Mayr waren Ökologie und Energieeffizienz wichtige Vorgaben für das Projekt mit 40 Wohnungen. Der Publizist, Architekturhistoriker und Stadtforscher beschäftigt sich schon lange mit dem Thema, wie leistbarer Wohnbau klimatechnisch herausragend umgesetzt werden kann. Beton ist der dominante Baustoff, die Decken werden zum Heizen und Kühlen genützt.

Harald Kuster plante das komplette Energiekonzept, er sagt der Bauteilaktivierung eine starke Zukunft voraus. „Beton mit seiner Speichermasse ermöglicht leistbaren Wohnraum – trotz hochwertiger Ausstattung und der Implementierung innovativer Energielösungen“, erläutert Architekt Thalbauer. Die wirkliche Belohnung für all die Bemühungen in puncto Innovation traf vor wenigen Wochen ein: „Der Zähigkeit meiner Projektpartner – besonders von Neues Leben – ist es zu verdanken, dass die Innovationen nicht bei der schwierigen Umsetzung liegen blieben bzw. verloren gingen. Daher hat die IBA, die Internationale Bauausstellung Wien, unsere Wohnanlage zum sogenannten ‚Game Changer‘ im Bereich der Energieversorgung ernannt“, so Mayr. IBA-Kandidat zu sein, bedeutet internationales Renommee, Publicity und vor allem einen Multiplikationseffekt über Österreichs Grenzen hinaus – wobei dies ja bereits durch den Besuch aus München gelungen ist. [APA-OTS]

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