Montag, 12. April 2021
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Risse im Putz: Wie sie entstehen und was zu tun ist

Risse im Putz sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Risse im Putz sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.
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Risse im Putz sind mehr als nur ein äußerliches Problem: Im Ernstfall können sie auch die Bausubstanz nachhaltig gefährden. Wichtig ist ein frühes Erkennen des Risses und sofortiges Handeln.

Entscheidend ist, ob sich der Riss nur äußerlich im Putz befindet oder auch das Mauerwerk vom Schaden betroffen ist. Ist es schwer zu erkennen, dann ziehen Sie im Zweifel lieber einen Sachverständigen hinzu. Wichtig ist jedenfalls, sofort zu handeln.

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Risse im Putz: erkennen und handeln

Vor jeder Sanierung sollten zunächst Risse ausfindig gemacht und richtig zugeteilt werden. Wichtig ist die Ursachenfindung: Handelt es sich lediglich um bröckelnden Putz, oder ist auch die Bausubstanz darunter betroffen? Erst wenn diese Frage geklärt und etwaige Schäden behoben sind, sollten sie mit der Sanierung beginnen.

Für die Bewertung eines Risses ist es wichtig, auch den Standort und die Bauart des Gebäudes (zB. Hanglage), die Art der Beschichtung und eventuell ähnliche Schäden an benachbarten Gebäuden mit einzubeziehen.

Bei den Arten von Rissen werden prinzipiell statische, dynamische und konstruktive Schäden unterschieden.

Risse im Putz: Wodurch die Schäden entstehen

Risse können durch Erschütterungen oder statische Probleme entstehen
Risse können durch Erschütterungen oder statische Probleme entstehen

Es gibt keine allgemein gültige Variante, um Risse zu beheben. Die Spannungen, die auf das Bauteil wirken und so die Risse verursachen, können zum Beispiel durch Erschütterungen des Mauerkwerks entstehen. Sie können aber auch aus der Konstruktion heraus entstehen.

Wichtig ist zu klären, ob der Riss nur im Putz verläuft oder ob ein dynamischer Schaden vorliegt. Bei einem rein putzbedingten Riss ist nur oberflächlicher Schaden auszumachen, der in der Regel recht einfach behoben werden kann. Dynamische Risse hingegen sind meist mit einem größeren Sanierungsaufwand verbunden. Der Schaden geht bis in die Bausubstanz. Hier reicht ein einfaches Drüberspachteln nicht mehr aus.

Ob ein Riss schon am Ende seiner „Laufzeit“ angekommen ist und nun „ruht“ oder vorhat, noch weiter zu „reißen“, wird mit einem Wegsensor im Zuge einer Laufzeitmessung feststellt. Doch nicht nur der Riss lässt sich mit dem Wegsensor überwachen: Auch andere nützliche Informationen wie Innen- und Außentemperaturen lassen sich mit dem induktiven Wegaufnehmer, wie er in der Fachsprache genannt wird, erörtern.

So beheben Sie die Risse

Handelt es sich nur um Risse im Putz, können diese entweder überdeckt oder ausgefüllt werden. Bei einer Überdeckung wird eine neue Schicht Putz aufgetragen. Voraussetzung dafür ist, dass der alte Putz noch bombenfest hält und nicht abbröckelt. Ansonsten würde die neue Schicht einfach mit runterfallen. Haben Sie vor, einen Vollwärmeschutz als Dämmung an der Fassade anzubringen, würde Ihnen das die Arbeit erleichtern: Die Dämmung reicht als Rissprofilaxe allemal aus.

Muss ein tieferer Riss ausgefüllt werden, wartet etwas mehr Arbeit auf Sie. Zunächst gehört die Stelle von Schmutz befreit. Anschließend kann die angefeuchtete Stelle verspachtelt werden. Eine Schicht Spachtelmasse sollte höchstens vier Millimeter dick sein. Ist der Riss tief und breiter als zwei bis drei Millimeter, sollten Sie die Verspachtelung auf mehrere Arbeitsgänge aufteilen, damit die Spachtelmasse dazwischen austrocknen kann.

In der Regel werden Sie aber stärkere Risse nicht Verspachteln sondern gleich Verputzen. Dazu vergrößert man dann den vorhandenen Riss. Dazu nutzen sie entweder die „Flex“, also einen Winkelschleifer, oder klassisch Hammer und Meißel. Unter Umständen werden zwei Lagen Putz notwendig sein: Unter- und Oberputz. Ist dies der Fall, sollte für einen besseren Halt dazwischen Putzgewebe eingelegt werden.

Viel Arbeit: Dynamische Risse

Dynamische Risse gehen tiefer in die Bausubstanz. Die Gründe sind vielseitig: fehlerhafte Vorbereitung des Unterputzes, Ignorieren des „Abaufdatums“ (Verareitungsfristen) des Materials, zu große Fugen im Mauerwerk bei der Errichtung des Hauses oder, mit viel Pech: Setzungen im Untergrund.

Mit etwas Übung und Wissen können Sie auch ohne ein Bauexperte zu sein dynamische Risse erkennen. Empfindliche und wichtige Punkte sind vor allem Türen und Fenster. Aber auch überall, wo eine innere Wand an eine äußere anschließt, wie ein Anbau am Haus. Auch die Art des Risses kann nützliche Informationen enthalten.

Der Riss kann etwa stufenförmig, auffällig gerade sein oder sich auch diagonal entfernen. Mithilfe eines Rissmessers, der von Vermessungstechnikern verwendet wird, kann die Breite von Rissen extrem genau vermessen werden – bis auf 0,1 Millimeter.

Generell gilt: Dynamische Risse sollten sie nicht selbst zu behandeln versuchen, sondern einen Experten zur Bewertung heranziehen. Der Fachmann wird eingehend beurteilen können, wo die Ursache für den Schaden liegt und auch Verbesserungsvorschläge machen können: Ein konstruktiver Fehler oder vielleicht eine unerwartete Bewegung im Baugrund.

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