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Donnerstag, 01. Oktober 2020
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PV auf einem Wiener Altbau – Stromspeicher inklusive

Montage PV Anlage Schönbrunner Straße
Montage PV Anlage Schönbrunner Straße

Die Firma INTROC GmbH führte die Baubegleitung einer PV-Anlage auf einem Wiener Gründerzeithaus in der Schönbrunner Straße in Margareten durch.

Der Wiener Stadtvermessung zu Folge sind 64 % der Wiener Dächer theoretisch für eine solarenergetische Nutzung geeignet. Das entspricht einem theoretischen Photovoltaikpotenzial von 5.400 GWh bei einer nutzbaren Fläche von ca. 34 km² auf Wiens Dächern. Rund 5 km² davon sind sogar sehr gut geeignet, heißt es auf der Webseite der Gemeinde Wien. Da ca. 20 % und damit der größte Teil des Wiener Gebäudebestands aus Altbauten besteht, bieten vor allem Gründerzeithäuser ein großes Photovoltaikpotenzial.

Aus diesem Grund beauftragte die Wiener Immobilienverwaltung Dr. Denk Immobilientreuhand KG, in der Schönbrunner Straße 88, 1050 Wien, die Firma INTROC GmbH (www.introc.at), spezialisiert auf die Substanzerhaltung in Altbauten in Wien, mit der Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse einer PV-Anlage auf einem Wiener Gründerzeithaus in der Schönbrunner Straße in Wien, Margareten.

Die Stromproduktion aus der PV-Anlage soll dabei der Hausverwaltung und Kanzlei zur Verfügung stehen, Überschüsse sollten für die Strom-Speicherung und Elektroauto-Anbindung verwendet werden. Hier half der Wiener Solarkataster dabei, das anzunehmende Potenzial an jährlichen Sonnenstunden zu evaluieren und damit zu überprüfen ob

a) eine Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage und

b) eine Förderbarkeit des Projektes durch den Ökostromfonds für Wien gegeben wäre.

Nach einer Potenzialabschätzung samt Bestandsaufnahme der Dachgegebenheit, des Zustands der Steigleitung, des vorhandenen Platzes für die Verkabelung im Haus u.a.m. war der erste Eindruck vielversprechend:

Laut dem Solarkataster Wien sei die Eignung für das Süddach der Schönbrunner Straße gut bis sehr gut (>900 Sonnenstunden pro Jahr). Nun beauftragte die Wiener Immobilienverwaltung Dr. Denk im nächsten Schritt die Substanzerhalter der INTROC GmbH mit der Erstellung eines umfangreichen Dokumentations- und Leistungskataloges, gefolgt von einer Anlage-Ausschreibung unter 5 Photovoltaik- und Elektrounternehmen. Die Ausschreibung umfasste die Photovoltaik-Module mit einer Gesamtleistung (Peak-Leistung) von 9,9 kWp, einen Stromspeicher mit einer Speichertiefe von 14kWh, alle benötigten Komponenten wie Wechselrichter, DC Freischaltbox und Aufdach-Montageteile inkl. Befestigungsmaterial etc. Zusätzlich sollten die Kostenschätzungen für die Erneuerung der Hauselektrik für die Einbindung der PV-Anlage in das Hausnetz (Herstellung gemäß „Nullungsverordnung“) und die Verknüpfung mit dem Stromspeicher inklusive aller notwendigen Nebenleistungen eingeholt werden.

Basierend auf den Referenzen, der Erfahrung mit Projekten im Wiener Altbau, der Preisgestaltung und dem Serviceangebot erfolgte eine Beauftragung des Unternehmens Elektrotechnik Unger GmbH (e.t.u.) aus Mannsdorf an der Donau (www.etu.co.at) und der Firma EMP GmbH aus Ehrenschachen in der Steiermark (www.smartelectric24.at), die sich die Bereiche „Hauselektrik“ und „Photovoltaik-Installation“ aufteilten.

Die Montage der Photovoltaikanlage gestaltete sich schwierig: Einerseits gab es bis auf eine kleine Luke keinen Zustieg zum Dach, andererseits war die Dachhülle neu hergestellt und ein Aufschneiden des Daches stellte keine Option dar. Hier fand Markus Unger, der Geschäftsführer der Firma e.t.u., eine praktische Lösung: Nach der Implementierung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen wie Arbeiter- und Fußgängerschutz wurde eine Ladefläche für die Solarmodule auf dem Dach hergestellt, auf die die 33 Paneele mittels Kranwagens gehievt wurden. Das Team von e.t.u. montierte die Paneele im Blitztempo binnen weniger Stunden auf der Südseite des Daches. Parallel dazu wurde ein vom Rauchfangkehrer freigegebener Kamin für die AC-Leitung vom am Dachboden befindlichen Wechselrichter hinunter in die Kanzlei im zweiten der 5 Stockwerke verlegt. Die Stemmarbeiten beim Mauerdurchbruch waren minimal, der Bürobetrieb konnte daneben weitergeführt werden. Parallel zur PV- und Speicherinstallation stellte die Firma EMP GmbH die Erneuerung der Steigleitung her und überprüfte anschließend alle Leitungen im Büro samt Messbefund. Die Anbindung einer E-Ladestelle in der Garage des Hauses bereitete der auf SmartHome-Anwendungen spezialisierte Elektro-Unternehmer Christian Putz vor.

Im Büro der Immobilienverwaltung wurde ein Stromspeicher mit 14 kWh Speichertiefe installiert, der tagsüber aufgeladen wird und die gesamte Kanzlei-Infrastruktur bis zum nächsten Morgen weiter mit Strom versorgen kann.

Eine Wirtschaftlichkeit des Projektes steht und fällt damit, dass wir möglichst viel vom produzierten Solarstrom sinnvoll selbst verwenden können und derzeit erreichen wir einen Selbstversorgungsgrad von 94%! Aber es geht nicht nur darum – ich wünsche mir, dass wir mit diesem intelligenten Photovoltaiksystem auch ein Referenzprojekt schaffen, um Andere zu motivieren, das große Solarpotenzial in Wien ebenfalls zu nutzen“, so Auftraggeber Dr. Kurt Denk.

Beim Stromspeicher fiel die Wahl auf die Firma sonnen mit einem 3-phasigen AC-Speicher-Modell auf Lithium-Ionen Basis und einer Zyklenfestigkeit von 10.000 Zyklen. Mit an Bord ist ein vernetztes Energiemanagementsystem, das sowohl Verbraucher priorisieren kann (z.B. die Reihenfolge von Büro, Ganglicht, E-Ladestelle, Batterieladung etc.), als auch ein Monitoring von Erzeugung, Verbrauch, historischen Werten und Verbraucherübersicht durchführt und sogar eine Wetterdatenspeisung und intelligente Optimierung, wie z.B. Peakshaving, mitbringt. Die Abwicklung der administrativen Wege wie Bauanzeige, Beantragung des Netzzugangs zum Verteilnetz, Einreichung der Landesförderung Wien, Projektbeschreibung, Vertrag mit dem Abnehmer für den erzeugten Photovoltaik-Strom und Vielem mehr wurde dem Auftraggeber nach Möglichkeit vollständig durch INTROCe.t.u. und EMP GmbH abgenommen.

Die PV-Anlage, der PV-Speicher und das Energiemanagementsystem wurden freundlicherweise gefördert aus Mitteln des Ökostromfonds für Wien. [APA-OTS]

 

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