Sonntag, 17. Januar 2021
Start Blog

Passivhaus und Heizung: So spart es Energie und Kosten

Geht es um Energiesparen, hat das Passivhaus die Nase vorne.
Geht es um Energiesparen, hat das Passivhaus die Nase vorne.

Das Passivhaus ist ein besonders effizienter Gebäudestandard, der sich in der Praxis bewährt hat. Das Passivhaus mit seiner Heizung besticht durch Behaglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit.

Das Baukonzept dieses Hauses hat vor allem eine Aufgabe: Den Wärmebedarf so weit zu senken, dass die Beheizung rein mit der Luftmenge der kontrollierten Wohnraumlüftung möglich ist.

Mehr zum Thema Passivhaus:

Das Niedrigenergiehaus: So funktioniert das wärmeeffiziente Haus

Wärmedämmung und Fenster: Sparen mit der Top-Verglasung?

Passivhaus und Heizung: Mehr als nur ein Energiesparhaus

Dabei ist auch wichtig festzuhalten, dass das Passivhaus weit mehr als „nur“ ein Energiesparhaus ist. Fakt: Ein Passivhaus verbraucht um bis zu 90 Prozent weniger Heizwärme als ein herkömmlicher Bau, wenn man es mit dem gesamten Hausbestand in einem Land vergleicht. Doch selbst im Vergleich zu Neubauten schneidet es mit etwa 75 Prozent weniger Energiebedarf immer noch sehr gut ab.

Der durchschnittliche Verbrauch an Heizenergie liegt beim Passivhaus bei etwa 1,5 Liter Heizölgleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Er ist damit auch weit unter dem Verbrauch eines Niedrigenergiehauses.

Der Heizwärmebedarf für ein Jahr darf beim Passivhaus maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter betragen, die Heizlast maximal 20 Watt pro Quadratmeter. Denn die Luft kann im Vergleich zum Heizungswasser nur eine kleine Wärmemenge transportieren.

Gebäudehülle mit hochwirksamer Dämmung

Das Passivhaus mit seiner Heizung ist effizient und schlau: Es nutzt Energiequellen aus dem Hausinneren zur Erleichterung des Heizvorgangs. Dazu gehören auch die Körperwärme von Menschen oder die Sonnenwärme. Um die niedrige Heizlast zu gewährleisten, sind besondere Fenster und eine Gebäudehülle aus einer hochwirksamen Dämmung notwendig. Wärmedämmungen an den Wänden, auf dem Dach und auf der Bodenplatte halten die Wärme fest im Haus und lassen sie nicht entfliehen. Ziel ist es, Wärmebrücken zu verhindern.

Relevant ist dabei nicht, wie dick die Dämmung ist, sondern ihre Leistung. Gemessen wird diese mit dem Wärmedurchgangskoeffizienten. Der Richtwert für Passivhäuser liegt bei einem Koeffizienten von unter 0,15 Watt pro Quadtratmeter Kelvin (W/qmK) für alle nicht durchsichtigen Bauteile (Außenwand, Bodenplatte, Dach).

Ein positiver Effekt der hochwirksamen Dämmung für das Passivhaus und seiner Heizung sind hohe Oberflächentemperaturen mit geringen Temperaturdifferenzen. Die Temperatur an den Innenseiten der Außenwände ist nahezug gleich hoch, wie die Raumtemperatur selbst. Das sogt für einen deutlich verbesserten Wohnkomfort und thermische Behaglichkeit.

Lüftungsanlage und Passivhausfenster

Die Lüftungsanlage im Passivhaus sorgt für gleichbleibend frische Luft ohne Zugerscheinungen. Die Wärmegewinnung macht die Wärme der Abluft dann wieder verfügbar.

Zu einem Passivhaus gehören natürlich stark gedämmte Passivhausfenster. Sie verfügen in der Regel über eine Dreischeiben-Verglasung mit zusätzlich gedämmten Fensterrahmen. Die Zwischenräume der Verglasung sind mit Edelgas gefüllt. Dabei haben Sie die Wahl zwischen Argongas und Krypton. Die Herstelltung von Argongas ist jedoch energieffizienter.

Die Passivhausfenster erreichen eine Absenkung der Raumtemperatur um ein bis zwei Grad. Allein dadurch spart man bis zu zehn Prozent an Heizkosten.

Passivhaus und Heizung im Vergleich

Die meisten Häuser im mitteleuropäischen Berreich verfügen über eine zentrale Warmwasserheizung mit Heizradiatoren. Beim Passivhaus sind die Wärmeverluste jedoch derart gering, dass eine herkömmliche Heizung nicht mehr notwendig ist.

Da eine Erwärmung des Verbrauchswassers trotzdem notwendig ist, werden oft Kompaktgeräte eingebaut. Diese Anlagen kombinieren die Lüftungsanlage mit einer Luftwasserwärmepumpe und einer Zusatzheizung (Elektro). Dies hilft, an sehr kalten Tagen im Winter Lastspitzen abzufangen.

Reicht die Zuluftnachheizung als einzige Wärmequelle aus, kommt der Name Passivhaus voll zum Tragen: Weil es kein aktives Heizsystem benötigt, auch keine Klimaanlage.

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Die Kosten für das Decken des Dachs können je nach Größe und genutztem Material höher oder niedriger ausfallen.

Dach Decken: Mit welchen Kosten muss ich hier rechnen?

Nach Jahren oder Jahrzehnten kann es notwendig sein, das Dach des Eigenheims neu einzudecken. Natürlich bringt es auch Kosten mit sich, das Dach zu...
Eine Zisterne ist eine tolle Möglichkeit zur Speicherung von Regenwasser. Was sie genau kostet, ist allerdings nicht immer genau klar.

Zisterne: Kosten für den Regenwasserspeicher im Überblick

Eine einfache Möglichkeit um Regenwasser zu speichern und der Wasserverschwendung entgegen treten zu können: Das ist die Aufgabe der Zisterne und der Grund, warum...
Kleine Gewächshäuser müssen nicht teuer sein. Es sind Modelle für unter eintausend Euro erhältlich.

Gewächshaus im Garten: Die Vor- und Nachteile im Überblick

Ein Gewächshaus im Garten bietet dem Besitzer viele Vorteile. Wirkliche Nachteile zu finden ist gar nicht so einfach. Wir haben trotzdem einige Punkte entdeckt,...
Eignet sich optimal für die Wasserentnahme von einer Zisterne: Die Tauchdruck-Pumpe.

Regenwasserpumpe: Der praktische Helfer für Zisterne und Wassertonne

Es gibt etliche Gründe, die eine effiziente Nutzung von Regenwasser sinnvoll machen. Neben dem ökologischen Wunsch, der Wasserverschwendung bewusst entgegen zu treten, spart der...
Die Beleuchtung im Badezimmer stellt ein wichtiges Element für die Behaglichkeit dar.

Beleuchtung im Badezimmer: Das müssen Sie beachten

Das Badezimmer ist ohne Zweifel einer der wichtigsten Räume im Haus und verdient besondere Aufmerksamkeit. Was bei der Einrichtung gerne übersehen wird, ist eine...
Eine effektive Wärmedämmung beim Haus ist unverzichtbar.

Wärmedämmung beim Haus: So sparen Sie Heizkosten

Eine effektive Wärmedämmung beim Haus ist unverzichtbar – denn das Heizen wird immer teurer und kostspieliger. Eine gute Wärmedämmung bietet jedoch nicht nur langfristig...