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Samstag, 26. September 2020
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Österreicher wird Präsident des Welt-Bioenergieverbandes

Globaler Endenergieverbrauch
Globaler Endenergieverbrauch

Der Vorstand der World Bioenergy Association hat in seiner heutigen Sitzung Christian Rakos (61) zum Präsidenten des Verbandes bestellt. Rakos folgt Remigijus Lapinskas aus Litauen, dessen Funktionsperiode nach vier Jahren regulär endet. Vor ihm war mit Heinz Kopetz, dem ehemaligen Direktor der steirischen Landwirtschaftskammer, bereits einmal ein Österreicher an der Spitze des Weltverbands.

Weltweit stellte die Bioenergie im Jahr 2017 rund 13% der global genutzten Endenergie bereit. Unter Bioenergie versteht man die Nutzung von Holz sowie von Produkten und Reststoffen der Landwirtschaft für die Gewinnung von Energie. Zum Vergleich: Der Beitrag der Wasserkraft lag bei 3%, jener der Windkraft bei 0,9% und der Anteil der Solarenergie bei 0,7%. Kernenergie lieferte 2% der global genutzten Energie. Somit war der Beitrag der Bioenergie zur globalen Energieversorgung fast siebenmal so hoch wie der Beitrag der Kernenergie.

Präsident der World Bioenergy Association

Zusätzlich zu seinen Aufgaben als Geschäftsführer von proPellets Austria freut sich Rakos auf seine neue ehrenamtliche Rolle: „Die nachhaltige Nutzung von Bioenergie spielt eine eminent wichtige Rolle in unserem Kampf gegen den Klimawandel. Es ist mir eine große Freude und Ehre, hier etwas beitragen zu dürfen. Dass ein Österreicher nun bereits zum zweiten Mal den Weltverband leiten darf, unterstreicht die führende Rolle, die unser kleines Land in diesem Bereich technologisch und wirtschaftlich spielt.“

Rakos führt weiter aus: „Bioenergienutzung auf Basis moderner Technologie und nachhaltiger Bewirtschaftung hat ein enormes Potential. Österreich ist hier mit dem Ansatz der nachhaltigen regionalen Nutzung von Holzbrennstoffen mit modernster Technologie für viele ein Vorbild. Auf globaler Ebene könnte alleine die Nutzung von Ernterückständen – die vielfach noch auf den Feldern verbrannt werden – bis zu 14% des globalen Energieverbrauchs decken. So könnten Pellets aus Stroh oder anderen Ernterückständen Brennholz und Holzkohle in vielen Ländern des Südens ersetzen. In diesen Ländern kochen über zwei Milliarden Menschen täglich mit Brennholz oder Holzkohle und zerstören dadurch riesige Waldbestände durch Übernutzung. Diesen Übergang zur einer nachhaltigen Bioenergienutzung zu fördern ist mein wichtigstes Ziel als neuer Vorsitzender des Weltbioenergieverbands.“

Langjähriger Geschäftsführer des österreichischen Pelletverbandes

Michael Pfeifer, Vorstandsvorsitzender von proPellets Austria, wünscht Rakos alles Gute: „Es erfüllt uns mit Stolz, dass unser Geschäftsführer diese wichtige internationale Rolle innehat und nun auch global mitgestalten kann.“

Rakos, studierter Physiker, hat sich sein ganzes Berufsleben mit der Nutzung erneuerbarer Energie befasst, zunächst am Institut für Technologiefolgen Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, dann bei der Österreichischen Energie Agentur und schließlich als Geschäftsführer des österreichischen Pelletverbandes. Rakos war auch Gründungspräsident des Europäischen Pelletverbandes sowie Vorstandsmitglied im Forum österreichischer Wissenschaftler für den Umweltschutz und in der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik. Er ist im Vorstand des österreichischen Biomasseverbandes und des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich aktiv.

Die World Bioenergy Association ist ein Verein mit Sitz in Stockholm. Er wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, die nachhaltige Nutzung von Bioenergie auf globaler Ebene zu fördern und sich für politische Rahmenbedingungen einzusetzen, die das ermöglichen. Der Verein hat rund 260 Mitglieder aus über 50 Ländern und engagiert sich unter anderem in politischen Foren wie den UN Klimakonferenzen, dem G20 Gipfel und anderen Veranstaltungen mit globaler energiepolitischer Perspektive. Der Verein publiziert jährlich die Globale Bioenergiestatistik sowie Informationsmaterial zu unterschiedlichen Formen der Bioenergienutzung. [APA-OTS]

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