Donnerstag, 25. Februar 2021
Anzeige
Start Blog

Mauer trockenlegen: Was wird gemacht und wie hoch sind die Kosten?

Das Trockenlegen einer Mauer erfordert Fachkenntnisse und ein sehr genaues Vorgehen.
Das Trockenlegen einer Mauer erfordert Fachkenntnisse und ein sehr genaues Vorgehen.
Anzeige

Wenn es um das Trockenlegen einer Mauer geht, haben viele Eigenheimbesitzer Bilder von einem sanierungsbedürftigen Altbau im Kopf. Doch das ist leider fern der Realität: Mit feuchten Wänden und nassen Kellern haben mehr Hausbesitzer zu kämpfen, als man denkt. Die unausweichliche Folge: Schimmelbefall. 

Für eine Bautrocknung gibt es verschiedene Verfahren, doch nicht alle führen zum gewünschten Ergebnis. Wir zeigen Ihnen deshalb, welche Möglichkeiten etwas taugen.

Mehr zum Thema Keller & Sanierung:

Weiße Wanne: Die Stahlbetonkonstruktion im Überblick

Bodenplatte dämmen: Was Sie zur Perimeterdämmung wissen müssen

Feuchte Wände: Was sind die Ursachen?

Nicht immer sind es Altbauten oder sanierungsbedürftige Häuser, die mit eindringendem Wasser zu kämpfen haben. Oft passiert es auch völlig überraschend. Doch in jedem Fall ist es für Eigenheimbesitzer und Mieter extrem ärgerlich. Ursache sind neben plötzlichem Unwetter oder Frostschäden oft schlichte Baumängel. Weitere Gründe sind:

  • Wasserrohrbruch
  • Drainagen versandet
  • Regenwasser wird nicht ordentlich abgeleitet
  • Grundwasser ist angestiegen
  • Bodenfeuchtigkeit ist erhöht
  • Schichtenwasser im Erdreich

Mauer Trockenlegen: Die Horizontalsperre

Feuchte Wände gehören zu den häufigsten, aber gleichzeitig zu den schwierigsten Baumängeln im Sanierungsbereich. Ursache für die Feuchtigkeit im Mauerwerk ist meist eine fehlende Perimeterdämmung und eine unsaubere Ausführung bei der Horizontalsperre. Die Horizontalsperre hat die Aufgabe, Bodenfeuchtigkeit am Aufstieg nach oben zu hindern. Eine nachträglich eingebrachte Horizontalsperre ist bei einer Mauertrockenlegung essentiell.

Das Problem aufsteigender Feuchtigkeit aus dem Boden gibt es naturgemäß, seitdem Häuser gebaut werden. Ob Beton, Porenbeton oder Ziegelsteine: Ohne Sperrschicht zieht das Material Feuchtigkeit und lässt sie nach oben durch. Deshalb wurde im Prozess der Weiterentwicklung im Sanierungsbereich eine horizontale Sperrschicht erfunden. Der Klassiker ist Dachpappe. Sie wird in die Mauer eingelegt und verhindert, dass die Feuchtigkeit von unten nach oben durchdringen kann. Heute verwendet man Folienbahnen, weil die Dachpappe nicht ewig hält.

Schwierig ist eine Anbringung vor allem bei älteren Mauerwerken, die oft im unteren Bereich über eine Bruchsteinwand verfügen. Hier gibt es keine durchgehende Lagerfuge, in die man die Sperrschicht einbringen könnte. Deshalb braucht man hier eine andere Lösung. Und die moderne Lösung hier lautet: Injektionstechnologie.

Die beste Variante ist hier das Vorverfüllen mit Mörtel. Bruchsteine haben im Inneren sehr viele Hohlräume. Deshalb bohrt man hier versetzt und bringt als erstes fließfähigen Mörtel in die Wand ein. Der fließfähige Mörtel wird über Injektionspacker in die Wand gepresst, um zunächst alle Hohlräume in der Wand zu verschließen. Erst danach wird die eigentliche Abdichtung hergestellt.

Weitere Möglichkeiten

Ist im Keller nicht nur die horizontale (Boden) Sperrung mangelahft, sondern auch die vertikale (Wände), gibt es neben den Injektionen auch noch die Möglichkeit, das Haus rundherum bis zum Fundament auszugraben. Man gräbt dabei etwa 80 Zentimeter breit, um Arbeiten im Graben zu ermöglichen.

Beim Altbau gibt es dann von hier aus zwei Vorghensweisen: Entweder, man erneuert den Isolieranstrich mit einer neuen Bitumendickbeschichtung, oder man bringt eine nachhaltige Perimeterdämmung an. Bei der Perimterdämmung klebt man eine Dämmung aus Perimterplatten auf, die mit Kunststoffsperrbahnen, alternativ auch Sperrputz, versehen sind.

Als Schutz für den Außenbereich dienen hier Kunstoffnoppenbahnen. Diese Vorgehensweise ist aufwändig: Allerdings hat sie den Vorteil, dass ein geübter Handwerker die Arbeiten für die vertikale Isolierung auch alleine erledigen kann.

Nachteil ist bei der Ausgrabungsvariante vor allem das Ausgraben selbst: Oft verlaufen Außenanlagen genau in diesem Bereich. Bevor man die Schaufel in die Hand nimmt und darauf los gräbt, sollte also klar sein, ob sich Leitungen oder sonstige Bestandteile von Anlagen im auszugrabenden Bereich befinden, damit man diese nicht beschädigt.

Anzeige

Beliebte Artikel

Anzeige

Schon gelesen?

Glaswolle ist für fast alle gängigen Dämmvorhaben geeignet.

Dämmstoffe und Arten: Die Wichtigsten im praktischen Überblick

Bei der Dämmung können Bauherren inzwischen aus einer breiten Palette verschiedenster Materialien auswählen: Beim Hausbau sollte neben der jeweils beabsichtigten Funktion – vor allem...
Strahlungswärme wird von Menschen angenehmer empfunden als Konvektionswärme. Daher sollten Sie Wärmeabgabesysteme vergleichen und die Vor- und Nachteile abwägen.

Heizkörpertypen: Wissenswertes zu Wärmeabgabesystemen

Nicht nur die Wahl der Heizung hat enormen Einfluss auf das Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden. Vor allem die Art der Wärmeübertragung beeinflusst...
Wer sein Badezimmer sanieren möchte, sollte ausreichend Zeit in die Planung investieren.

Badezimmer sanieren: Diese 5 Punkte müssen Sie wissen

Für uns alle beginnt der Tag mit dem Gang ins Badezimmer. Und früher oder später ist der Tag gekommen, an dem Sie ihr Badezimmer...
Wichtig ist bei einer Sanierung vor allem eine gute Planung.

Bad modernisieren: So klappt es auch mit weniger Geld

Das Bad zu modernisieren kann ordentlich ins Geld gehen. Oft ist aber eine Badezimmer-Sanierung im Kern nicht notwendig und es reicht, einige Elemente zu...
Pflanzen sind nicht nur optisch ansehnlich, sondern erhöhen auch die Luftfeuchtigkeit und können mitunter Schadstoffe aus der Luft filtern.

Pflanzen im Schlafzimmer: Das wird auch Sie begeistern

Zimmerpflanzen sind nicht nur grün und verschönern den Raum als Dekorationselement, sie sind wahre Alleskönner: Denn unsere grünen Freunde produzieren per Photosynthese Sauerstoff und...
Mögliche Kostenersparnis: Ein Keller kommt unter Umständen deutlich günstiger als ein Obergeschoss.

Haus und Keller: Die Vor- und Nachteile eines Kellers im Überblick

Für Laien ist der Keller beim Haus einer der elementaren Bestandteile. Keller, so die weitläufige Meinung, gehören zu den eigenen vier Wänden einfach dazu....