Samstag, 16. Januar 2021
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Initiative Dachvisionen holt Projekte vor den Vorhang und fokussiert auf Nachverdichtung

von links nach rechts: DI Dr. Reinhold Lindner (Sprecher Dachvisionen), DI Isabella Wall (Trimmel Wall Architekten), DI Günther Trimmel (Trimmel Wall Architekten), Michael Foisel (Präsident Dachvisionen und Vertriebsleiter Eternit Österreich)
von links nach rechts: DI Dr. Reinhold Lindner (Sprecher Dachvisionen), DI Isabella Wall (Trimmel Wall Architekten), DI Günther Trimmel (Trimmel Wall Architekten), Michael Foisel (Präsident Dachvisionen und Vertriebsleiter Eternit Österreich)

Im urbanen Bestand stellt das Steildach die beste Option für Raumgewinn dar. Hier kann auf Gründerzeithäusern wertvoller Wohnraum geschaffen werden, und dementsprechend kommt auch das größte Plus am österreichischen Steildachmarkt aus der Bundeshauptstadt. Hier ist zwar das Förderwesen vorbildlich, dennoch wünschen sich Wirtschaft und Planer von der Stadtpolitik zusätzliche Anreize für sanierungswillige private Hausbesitzer. Die Plattform Dachvisionen setzt ein Zeichen und startet mit dem „Steildach Award Österreich“ ins kommende Jahr.

Österreichs Bevölkerung wächst. In Wien werden im Jahr 2048 nahezu 2,2 Millionen Menschen leben.*) Betrachtet man Österreichs Landeshauptstädte, so sind die Prognosen ebenso eindeutig: Innsbruck wird beinahe um 30 % wachsen, knapp gefolgt von Graz mit 27 % und Eisenstadt mit 25,9 %.**)
Dafür den benötigten Wohnraum weiter in die Fläche zu gehen, ist angesichts der täglichen Flächeninanspruchnahme kein Thema. Abhilfe können eine effiziente Raumplanung sowie strategisches Flächenmanagement schaffen.

Steildachmarkt wächst

Genau hier setzt die Plattform Dachvisionen an. Michael Foisel, Präsident Dachvisionen: „Das Steildach ist zum einen eine ausgereifte und traditionelle Lösung bei neu errichteten Einfamilienhäusern. Aber es ist vor allem auch eine zukunftsorientierte Lösung für großvolumige Sanierungen. Hier schafft man Raum, der vorher entweder gar nicht vorhanden war oder aber nicht sinnvoll genutzt wurde.

Dementsprechend entwickeln sich die Zahlen, und der Steildachmarkt wird im Jahr 2019 voraussichtlich wieder wachsen. Der Treiber dafür ist mit Abstand der Wohnbau mit knapp über 7 Mio. Quadratmetenr. Das größte Plus im Vorjahr kommt aus dem Bundesland Wien mit plus 2 %, und in dieser Größenordnung wird auch die Entwicklung für 2019 prognostiziert (Quelle: BRANCHENRADAR Dachmaterial für geneigte Dächer in Österreich 2018).
Vor allem Wohnbauten aus der Gründerzeit bis hinauf in die 1980er Jahre entsprechen thermisch und in Bezug auf die Behaglichkeit keineswegs den heutigen Anforderungen. Gerade diese Gebäude verbrauchen damit unproportional viel Energie und tragen somit wesentlich zur Klimaerwärmung bei. Trotz dieses Wissens und einem umfassenden Förderpaket werden jährlich jedoch davon in Österreich nur 0,9 % saniert.

Vorzeigeförderungen und Forderungen an die Politik

Das Architekturbüro Trimmel Wall Architekten ging mit dem Wiederaufbau und der Sanierung eines Gründerzeithauses im 15. Wiener Gemeindebezirk heuer als Gewinner des Staatspreises für Architektur und Nachhaltigkeit hervor. Trimmel: „Ein Abriss des Gründerzeithauses wäre der einfachere Weg gewesen. Doch wir hatten die Chance zu zeigen, wie Gebäude aus dieser Epoche an unsere heutigen Standards angepasst werden können. Und zwar sowohl die Energieeffizienz betreffend als auch den Wohnkomfort.“ Wall: „Ein Steildach bietet natürlich vor allem in einem Bestandsgebäude den Vorteil, die Dachgeschoßfläche optimal auszunutzen.“ Laut Bauordnung verändert sich die Gebäudehöhe nicht, wenn auf das bestehende oberste Stockwerk ein Dach mit einer Neigung von 45° aufgesetzt wird.

Allerdings ginge es noch besser, so Trimmel: „Wenn wir im Bebauungsplan in der Höhe fünf statt der vorgegebenen viereinhalb Meter zur Verfügung hätten, gingen sich ohne großen Aufwand zwei Ebenen mit ausreichender Raumhöhe im Dachgeschoß aus.“ Trimmel hat dazu auch schon einen konkreten Vorschlag: „Um das Dach nachträglich zu dämmen, durfte vor kurzem laut Wiener Bauordnung die Dachhöhe um bis zu 30 cm überschritten werden. Es wäre ökologisch sinnvoll, diese Regelung wieder einzuführen und diesen Wert ein wenig anzuheben.“ Generell zeigen sich die Architekten zufrieden mit der Förderungspolitik in Wien. Trimmel: „Durch die Förderung wird ein Qualitätsstandard gesichert, da die Planungsqualität vom wohnfonds_wien geprüft wird.

Steildach Award Österreich

Die Plattform Dachvisionen hat es sich zum Ziel gesetzt, Architekten, private und öffentliche Bauherren und Sanierer zum Bau von Steildächern zu motivieren und in ihrer Entscheidung für ein Steildach zu unterstützen. 2020 setzt die Initiative einen neuen Schritt und verleiht erstmals den Steildach Award Österreich. Die Ausschreibungsdetails und Fristen werden in Kürze bekanntgegeben. [APA-OTS]

Quellen und weitere Informationen:
*) Quelle: wien.at: Magistrat der Stadt Wien, wien1x1.at
**) Quelle ÖROK‐Regionalprognosen 2018 ‐ Bevölkerung, Bearbeitung: Statistik Austria

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