Sonntag, 29. November 2020
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Grundstück kaufen: Tipps und Faktoren die Sie beachten sollten

Die Entscheidung, ein Grundstück zu kaufen, sollte gut durchdacht und penibel geplant sein.
Die Entscheidung, ein Grundstück zu kaufen, sollte gut durchdacht und penibel geplant sein.

So groß die Vorfreude auf das fertige Haus auch sein mag. Bereits vor dem Kaufen des Grundstücks sollten Sie reichlich Zeit zum Begutachten, Abwägen und Vergleichen einplanen! Denn es gilt, eine ganze Reihe von Faktoren zu beachten, bevor Sie das Grundstück kaufen. Hier die Tipps zum Grundstück kaufen:

Grundstück kaufen: Die Tipps

Besuchen Sie das von Ihnen ins Auge gefasste Hausbau-Areal unbedingt zu mehreren Tageszeiten und Wetterlagen – und im Idealfall sogar zu mehreren Jahreszeiten. Ein simples Beispiel: Das idyllische, verdächtig günstige Grundstück am Flussufer kann an einem heißen, ruhigen Sommertag einladend und verlockend wirken. Doch erst an einem sehr regnerischen Herbsttag mit Hochwasser-Gefahr wird Ihnen bewusst, mit welchen Hochwasserrisiken Sie ganz konkret rechnen müssen – und inwiefern ein Hausbau hier überhaupt sinnvoll ist.

Zudem sollten Sie verschiedene Meinungen einholen: Es bietet sich beispielsweise an, eine Vertrauensperson zum Besuch des Grundstücks mitzunehmen. Mitunter kann ein Freund oder Verwandter ganz andere, jedoch wichtige Erfahrungen und Sichtweisen einbringen.

Grundstück kaufen: Faktoren und Tipps

Vergessen Sie nicht, dass Sie in Ihr künftiges Traumgrundstück nicht nur viel Geld, sondern auch viel Herzblut und Zeit investieren werden. Umso größer wäre der Ärger, wenn Sie aus Ungeduld oder Leichtfertigkeit wichtige, vielleicht sogar offensichtliche Faktoren übersehen haben! So manche Investition finanzieller oder ideeller Art würde sich dann aufgrund von Unachtsamkeit als völlig fehlgeleitet und in vielerlei Hinsicht als kostspielig erweisen.

Weitere Tipps zum Grundstück kaufen: 

  • Welche mögliche bauliche Nutzung gibt ein eventuell vorliegender Bebauungsplan vor?
  • Entsprechen Lage und Größe wirklich Ihren Vorstellungen?
  • Ist genug Platz für An- sowie Zubauten? Beispielsweise für eine Garage oder eine Terrasse?
  • Wieviel konzeptionellen Freiraum und Flexibilität bietet die Form des Grundstücks?
  • Gibt es eine Hangneigung? Ebene Flächen sind oft leichter zu bebauen und zu erschließen, Hanglagen dagegen nicht selten landschaftlich reizvoller.
  • Wie hoch ist der Grundwasserspiegel? Bei gewässernahen Lagen: Wie gut ist das Haus gegen Hochwasser gesichert? Die zuständige Bau- bzw. Wasserrechtsbe­hörde sollte Ihnen hier verbindliche Angaben aushändigen.
  • Sind Erschließungskosten für Anschlüsse an Strom-, Gas-, Wasser-, Telefon- bzw. Datenkabelnetze im Kaufpreis enthalten? Oder kommen hier zusätzliche, nicht unerhebliche Kosten auf Sie zu?
  • Sind Kosten für die Erschließung ans Gehweg- und Straßennetz im Kaufpreis enthalten? Dasselbe gilt natürlich für den Belag der zum Grundstück gehörenden Straßen und Gehwege.
  • Können Sie beim Heizen eventuell aufgrund von sonnenfreundlicher und windgeschützter Lage sparen?

Nachbarn & Co nicht vergessen

Weitere wichtige Punkte, die es zu beachten gilt:

  • Gibt es natürliche und/ oder bauliche Schattenwürfe?
  • Wie tragfähig ist der Boden? Welche topografischen Gegebenheiten sind zu beachten? Holen Sie sich verbindliche Informationen über die vorliegenden Bodenklassen nach der landeseigenen Baunorm (DIN, ÖNORM)
  • Sind die Bauparzellen breit genug? Bei frei stehenden Bauten muss in der Regel auf beiden Seiten ein Mindestabstand von drei Metern zur Grundstücks­grenze eingehalten werden.
  • Orientiert sich die Längsachse Ihres Grundstücks eher Ost-West- oder Nord-Süd-seitig? Dies kann sowohl für einen zukünftigen Garten oder eine Terrasse, aber auch für die generelle Grundrissplanung von Bedeutung sein.
  • Last, but not least: Mit welchen Nachbarn müssen Sie rechnen? Suchen Sie im Idealfall das Gespräch und den Dialog mit Ihren angrenzenden, potentiellen Nachbarn. Mit diesen sollten Sie auch den Verlauf der Grundstücksgrenze festlegen und notariell be­glaubigen lassen.

Tipps zum Grundstück Kaufen: Die Aufschließung

Nur ein schon aufgeschlossenes Grundstück darf bebaut werden! Unklarheiten bei den Kosten und Konditionen der im Kaufpreis enthaltenen Energie- und Wege- beziehungsweise Straßenerschließung sollten Sie notariell im Kaufvertrag vermerken lassen. So lassen sich hier finanzielle Streitigkeiten frühzeitig klären. Bei noch unerschlossenen Grundstücken können Sie häufig durch Verhandlungen mit dem zuständigen Gebietsbetreuer den bestmöglichen Anschluss-Termin finden.

Im besten Fall wird das Grundstück mit Kanal, Gas, Telefon, Wasser, Regenwasserleitung, Strom und Gas stückweise über lediglich eine einzige Künette verbunden. Bei einer Künette handelt es sich um eine grabenförmige Ausschachtung mit schrägen Wänden, in der die entsprechenden Anschlüsse verlegt werden können. Vereinbaren Sie zur Koordination eine Baubegehung mit dem Vertreter des Versorgungsunternehmens, einem Elektriker, Installateuren sowie jenen Professionisten, die für die entsprechende Gemeinde den Wasser- sowie Kanalanschluss herstellen.

Auf den Seiten des österreichischen Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort finden Sie darüber hinaus eine praktische und detaillierte Auflistung aller relevanten Punkte, die es zu beachten gilt.

Bebaubarkeit des Grundstücks

In der Regel  liegt für ein Grundstück ein Bebauungsplan vor, in welchem die Bedingungen für die Bebauung ausgewiesen sind. Hier finden Sie auch Angaben über die vorgesehene Art der baulichen Nutzung, etwa als gewerbliche Baufläche, gemischte Baufläche oder als Wohnbaufläche. Beim Erwerb eines Grundstücks ohne Bebauungsplan sollte die Planung mit der Baubehörde unbedingt abgesprochen werden! Vereinbaren Sie im notariellen Kaufvertrag zudem ein Rücktrittsrecht für den Fall, dass sich die mit der Baubehörde vereinbarte Planung wider Erwartens nicht umsetzen lässt.

Garantiert wird die Bebaubarkeit eines Grundstücks durch eine rechtskräftige, in der Regel für vier Jahre gültige Baugenehmigung. Innerhalb dieser Zeitspanne muss auch mit dem Bau begonnen werden. Das Baugenehmigungsverfahren wird in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Der schriftliche Antrag ist bei der zuständigen Gemeinde einzureichen. Wenn Sie die Baugenehmigung auf möglichst schnellem Wege erhalten wollen, sollten Sie vor der nächsten Bauauschusssitzung einen vollständigen Bauantrag – inklusive der kompletten Bauvorlagen – einreichen.

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