Samstag, 23. Januar 2021
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Energiewende: Österreicher fürchten falsch verteilte Kosten

Zwei Drittel der Befragten möchten so schnell wie möglich auf klimafreundliche Heiztechnologie umsteigen.
Zwei Drittel der Befragten möchten so schnell wie möglich auf klimafreundliche Heiztechnologie umsteigen.

70 Prozent der Verbraucher in Österreich ist es wichtig, Strom künftig zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Das Problem: Zwei Drittel fürchten, dass ein Teil der Energiewende-Kosten auf die privaten Haushalte abgewälzt wird. Steigende Strompreise drohen den Wechsel auf klimafreundliche Heiztechnologie zu blockieren, die statt mit Erdöl oder Gas mit Strom betrieben werden.

Das sind Ergebnisse aus dem Energie-Trendmonitor 2020 von Stiebel Eltron. Dafür wurden 1.000 Verbraucher in Österreich bevölkerungsrepräsentativ von einem Marktforschungsinstitut befragt.

Gut zwei Drittel der Befragten möchten so schnell wie möglich auf klimafreundliche Heiztechnologie umsteigen – wie beispielsweise die Wärmepumpe. Diese Technologie nutzt die unbegrenzt verfügbare Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und wandelt sie wie ein ‚umgekehrter Kühlschrank‘ in Heizwärme um. „Lediglich für den Antrieb ist dabei Strom notwendig, der in Österreich ab 2030 komplett aus erneuerbaren Quellen stammen soll“, sagt Thomas Mader, Geschäftsführer Stiebel Eltron Österreich. „An die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach gekoppelt, lässt sich die Wärmepumpe schon heute zu 100 Prozent mit Ökostrom betreiben.“

100 Prozent Ökostom erfordert hohe Investitionen

Aktuell hat Österreich beim Strom bereits heute einen Anteil von rund 75 Prozent, der aus erneuerbaren Quellen stammt und liegt damit europaweit hinter Norwegen auf Rang 2. Doch die Steigerung auf 100 Prozent Ökostrom erfordert nicht nur den Ausbau der grünen Stromproduktion, sondern laut Experten zusätzliche Investitionen in die Netzinfrastruktur in Milliarden-Höhe.

Verbraucher tragen höhere Kostenlast beim Strom

Die Kosten der Energiewende sind allerdings schon heute sehr ungleich verteilt – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität Wien: Bei den Stromkosten schultern die privaten Haushalte 41 Prozent der finanzielle Lasten, obwohl sie nur 25 Prozent verbrauchen. Zum Vergleich: Die Industrie trägt 21 Prozent der Kosten, verbraucht aber 43 Prozent.

„Unser Energie-Trendmonitor 2020 zeigt, dass die österreichischen Verbraucher insbesondere auf steigende Strompreise sensibel reagieren“, sagt Thomas Mader, Geschäftsführer Stiebel Eltron Österreich. „63 Prozent der befragten Verbraucher betonen, die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass Strom günstig bleibt, um damit beispielsweise umweltfreundliche Heiztechnik zu betreiben.“ [APA-OTS]

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