Donnerstag, 03. Dezember 2020
Start Blog

Elektrik erneuern im Altbau: Wann sollte sie erneuert werden?

Von einer alten Elektroinstallation kann eine nicht unerhebliche Gefahr ausgehen.
Von einer alten Elektroinstallation kann eine nicht unerhebliche Gefahr ausgehen.

Nach wie vor verfügen viele alte Wohnungen und lange nicht sanierte Häuser über nie gewartete Elektroanlagen. Veraltete Elektroinstallationen bergen unter Umständen ernste Gefahren für Leib und Leben. Immer noch kommt es in Altbauten zu Unfällen durch Stromschläge oder Kabelbrände. Ursachen dafür gibt es mehrere – doch es wird langsam Zeit, die Elektrik zu erneuern.

Jedenfalls gilt: Die Lebensdauer der Elektroinstallation beträgt etwa 30 bis 40 Jahre. Elektroheizungen sollte man bereits nach 15 bis 20 Jahren erneuern.

Mehr zum Thema Elektrik:

Kabelverlegung: Mit guter Planung Kabelsalat vermeiden

Elektrik erneuern: Gefahr durch alte Leitungen

Prinzipiell gibt es mehrere Punkte, die an einer alten Elektroinstallationsanlage problematisch sein können. Dazu gehören fehlende FI-Schutzschalter. Bei einem Neubau müssen sie natürlich mit eingebaut werden. In einigen Altbauen fehlen sie aber häufig. Der FI-Schutzschalter unterbricht im Ernstfall die gesamte Stromzufuhr und kann so Leben retten. Bei alten Schaltern und Steckdosen können, auch wenn sie prinzipiell funktionieren, die Kontakte schmoren, wodurch es im seltenen Ernstfall zu einem Wohnungsbrand kommen kann.

Insgesamt sind heute aufgrund der Vielzahl an verwendeten Geräten deutlich mehr Steckdosen pro Zimmer nötig, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Der Pro-Kopf-Strom-Verbrauch ist heute über 4 Mal so hoch wie 1950. Reichen die Steckdosen nicht aus, kann man einfach Verteiler (Mehrfachsteckdosen) anstecken. Diese können, falls es sich um eine billige Konstruktion handelt, eine Schwachstelle sein. Sie sollte jedenfalls über einen zweipoligem Sicherheitsschalter, Kinderschutz und Überspannungsschutz verfügen.

Nicht immer bedeutet eine veraltete Elektroanlage aber, dass die gesamte Installation erneuert werden muss. Entscheiden Sie sich aber für eine komplette Neuverlegung, werden umfassende Umbauarbeiten notwendig. Informieren Sie sich jedenfalls über die gesetzlich vorgegebene bzw. empfohlene Anzahl von Stromkreisen, Anschlüssen und Steckdosen im Haus, falls Sie auch selbst Hand anlegen wollen. Dazu sollten Sie aber unbedingt über das entsprechende Fachwissen verfügen, um nicht sich selbst und andere in Gefahr zu bringen.

Elektrik erneuern: Schutz verbessern

Obwohl durch den Bestandschutz ältere Elektroanlagen nur bei weitgehenden Umbauten oder Erweiterungen nachgerüstet werden müssen, sollte zumindest das Bad wegen der Nassgefahr auf den aktuellen Standard mit gesondertem Schutzleiter und Fehlerstrom-Schutzschalter nachgerüstet werden.

Seit 2007 sind außerdem alle Steckdosen in Neuanlagen, die allen zugänglich sind und normal genutzt werden, mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) auszustatten.

Erneuerung wirklich notwendig?

Ob eine komplette Erneuerung der Elektroinstallation wirklich notwendig ist, muss individuell im Einzelfall durch einen Elektriker beurteilt werden. Fachbetriebe bieten meistens einen Gesamtcheck des Hauses für eine günstige Pauschale an.

Jedenfalls als gefährlich eingeschätzt werden Elektroinstallationen mit einer Nullung ohne besonderen Schutzleiter, oft als „klassische Nullung“ bezeichnet. Diese Installationen wurden im deutschen Sprachraum ab 1973 bzw. 1974 verboten. Alle danach errichteten Installationen sollten separate PE- und N-Leiter haben. Bei der klassischen Nullung fungierte der PEN-Leiter sowohl als Neutralleiter, als auch als Schutzleiter.

Ein praktischer Zeitpunkt für eine Erneuerung der Elektroinstallation gibt sich vor allem dann, wenn ein umfassende Altbausanierung ins Haus steht, bei der man auch den Grundriss des Hauses überarbeitet.

Beliebte Artikel

Schon gelesen?

Unterstützt die Wohngesundheit in den eigenen vier Wänden: Ein natürlicher Fußboden.

Der Designboden: Robust und gut für die Wohngesundheit

Die Fußbodenauswahl ist mitunter eine der schwierigsten Materialentscheidungen beim Innenausbau oder der Renovierung. Haus- und Wohnungsbesitzer sollten deshalb gut überlegen, für welchen Bodenbelag sie...
Der Alptraum jedes Hausbesitzers: Das Eigenheim unter Wasser.

Hochwasserschutz beim Haus: So schützen Sie Ihr Eigenheim

Es ist der Alptraum jedes Hausbesitzers: Hochwasser kann in erschreckend hoher Geschwindigkeit das Eigenheim zerstören und in großen Teilen sanierungsbedürftig werden lassen. Die im...
Ein Kachelofen speichert die bei der Verbrennung entstehende Wärme und gibt sie über längere Zeit wieder an die Umgebung ab.

Kachelofen kaufen: Diese Dinge sollten Sie vorher wissen

Kachelöfen werden seit Jahrhunderten zur Beheizung von Wohnräumen eingesetzt und noch heute erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Das liegt zum einen an der von...
Außen- sowie Eingangstüren müssen eine ganze Reihe an Anforderungen erfüllen.

Haustür kaufen: Auf diese Eigenschaften sollten Sie achten

Außen- und Eingangstüren stellen viel mehr als den schlichten Übergang von Außen nach Innen dar. In puncto Sicherheit und Dämmung sollte man ihnen und...
Nicht nur Möbel lassen sich aus dem edlen Holz fertigen: Auch andere Einrichtungsgegenstände und Instrumente gehören dazu.

Mahagoni kaufen: Was Sie über dieses spezielle Holz wissen sollten

Wer Mahagoni hört, glaubt meist, es handle sich um eine bestimmte Holzsorte. Doch aufgepasst: Hinter dem Namen verbirgt sich eine ganze Pflanzenfamilie. Es gibt...
Bei der Planung der Küche gibt es viele wichtige Punkte zu beachten. Setzen Sie daher auf die Erfahrung von Küchenprofis.

Planung der Küche: Diese Basics sollte jeder wissen

In den meisten Haushalten nimmt die Küche einen besonderen Stellenwert ein. Sie ist mehr als ein Ort, an dem nur Speisen zubereitet werden. Für...