Freitag, 15. Januar 2021
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Der Brunnen im Garten: Das sollten Sie unbedingt beachten

So stellen sich viele einen Brunnen vor. In vielen Fällen setzt man aber heute auf Brunnenbohrung anstatt des Grabens von Hand.
So stellen sich viele einen Brunnen vor. In vielen Fällen setzt man aber heute auf Brunnenbohrung anstatt des Grabens von Hand.

Ein Brunnen im Garten schafft Unabhängigkeit von der Ortswasserversorgung. Doch benötigt ein Brunnen überhaupt eine Genehmigung? Wie tief darf die Bohrung sein? Und was wird es kosten? In diesem Artikel wollen wir Ihnen einen kleinen Überblick geben, falls Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein autonomes Wasserwerk in den Garten zu bauen.

Der Vorteil eines eigenen Brunnens liegt auf der Hand: Der Leitungswasserverbrauch kann auf Null gesetzt oder zumindest erheblich reduziert werden. Das rechnet sich besonders bei Gartenarbeiten. Doch das Brunnenwasser kann genauso als WC-Spülwasser oder Waschwasser für die Waschmaschine verwendet werden.

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Eigener Brunnen im Garten

Zunächst ist zu klären, an welcher Stelle der Brunnen im Garten gebaut werden soll. Neben der Grundwasserlage und der Bodenbeschaffenheit spielen auch optische Kriterien eine Rolle. Funktionell optimal ist jene Stelle, an der die bodennächste, wasserführende Schicht liegt. Aber bedenken Sie: Bei Brunnen ist der Standort letztlich endgültig und kann nicht mehr umgekehrt werden, weshalb die Auswahl der Stelle sehr gut überlegt sein sollte. Außer Sie wollen von Neuem beginnen…

Der Bau sollte optimalerweise dann stattfinden, wenn sich Ihr Garten nicht in Hochbetrieb mit Grill-Partys und ähnlichem befindet. Da für den Brunnenbau schwere Maschinen notwendig sein werden, wird der Garten hinterher entsprechend lädiert sein und erstmal eine Auffrischung benötigen.

Die Wahl der Pumpe ist von der Brunnentiefe abhängig. Im Bereich bis zu neun Metern Tiefe reicht eine Kreiselpumpe. Achtung: Eine Pumpe kann bei Betrieb sehr laut werden. Testen Sie also vor dem Kauf, sofern möglich, jedenfalls den aktiven Betrieb der Maschine. Eine geräuschärmere Variante wie die Tauchdruckpumpe ist hier die besser Wahl. Diese wird allerdings auch deutlich mehr kosten. Ist der Brunnen jedoch tiefer als neun Meter, werden Sie sowieso eine solche Pumpe benötigen.

Die Brunnen-Typen

  • Schachtbrunnen

Ein Schachtbrunnen ist bis zu zehn Metern tief und funktioniert wie ein Sandloch aus dem Strandurlaub – nur eben größer. Das Wasser sickert einfach nach, bis es Grundwasser-Niveau hat. Schachtbrunnen sind aus mittelalterlichen Filmen bekannt, in denen die Maid das Trinkwasser mit einem Kübel aus dem Brunnen schöpft. Sie sind aufgrund praktischerer und günstigerer Alternativen entsprechend selten. Der finanzielle Aufwand, verglichen mit der beförderten Wassermenge spricht eher gegen den Bau eines solchen Brunnens.

  • Bohrbrunnen

Ein Bohrbrunnen ist nötig, wenn das Grundwasser noch tiefer liegt. Er kann Grundwasserschichten erschließen, die noch weit unter zehn Metern Tiefe liegen. Der Bohrbrunnen muss, wie der Name schon erwarten lässt, gebohrt werden und lässt sich unter bestimmten Voraussetzungen auch als Wärmepumpen-Heizung nutzen.

  • Rammbrunnen

Der Rammbrunnen ist die günstigste und einfachste Brunnenvariante. Hier wird ein Stahlrohr, das am Ende Löcher und Schlitze hat, in die Erde gerammt. Anschließend wird das Wasser mit einer Handpumpe an die Oberfläche befördert. Voraussetzung ist für einen Rammbrunnen ist deshalb, dass das Grundwasser nicht zu tief liegt. Die höchstmögliche Tiefe für diesen Brunnen liegt bei etwa sechs bis sieben Metern.

Baurechtliche Vorgaben beachten

Für die Errichtung eines Brunnens zur Trinkwasserversorgung ist in den meisten Fällen eine wasserrechtliche Bewilligung notwendig, die Sie bei Ihrem zuständigen Amt eruieren können. Nachdem Sie den Antrag bei der zuständigen Behörde eingereicht haben und eine Vorprüfung stattgefunden hat, wird ein Lokalaugenschein durchgeführt.

Die Notwendigkeit einer baurechtlichen Bewilligung hat nicht nur den Hintergrund, dass die Behörde einfach nur ein Wörtchen mitzureden hat. Zum Schutze des Brunnens ist aus Trinkwassergründen ein Schutzgebiet notwendig, das von der Behörde festgelegt wird. Sollte der Brunnen lediglich für die eigene Trink- und Nutzwasserversorgung gebaut werden und die entnommene Wassermenge in einem adäquaten Verhältnis zum Grundstück stehen, kann es auch sein, dass Sie den Brunnen ohne Bewilligung bauen dürfen. Nachfragen müssen Sie aber jedenfalls.

Achtung: Im Falle der Missachtung drohen enorm hohe Geldstrafen bis in den fünfstelligen Eurobereich. Nehmen Sie die Bewilligung also nicht auf die leichte Schulter.

Brunnenalternative: Zisterne

Eine Alternative zum Brunnen ist die Zisterne. Sie ist im Grunde ein Behälter aus Kunststoff oder Beton unter der Erde, in dem Regenwasser gespeichert und so nutzbar gemacht wird.

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