Sonntag, 24. Januar 2021
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Blitzschutz beim Haus: Darum sollten Sie das Thema ernst nehmen

Der äußere Blitzschutz besteht aus Auffangeinrichtungen und Ableitungen.
Der äußere Blitzschutz besteht aus Auffangeinrichtungen und Ableitungen.

Sie gehören zu den oft unterschätzten Bestandteilen einer sinnvollen Eigenheims-Sicherung: Blitzableiter sind in Österreich bei Neubauten nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch ein wichtiger Schutz vor gefährlichen, unwetterbedingten Schäden. Sie sind also ein fester Bestandteil vom Blitzschutz beim Haus und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Denn nicht nur das Haus selbst, auch mitunter kostspielige elektronische Anlagen, müssen vor den Folgen eines Blitzeinschlags und der damit verbundenen Überspannung geschützt sein. Ebenso gilt es, das daraus resultierende Risiko eines Brandes deutlich zu verringern.

Effektiver Blitzschutz beim Haus

Wichtig: Bereits beim Hausbau sollten Sie nicht auf Einzelkomponenten, sondern auf ein zuverlässiges Komplettsystem setzen! In der ÖVE/ÖNORM EN 65305-3 sind vier verschiedene Schutzklassen für Blitzschutzsysteme definiert. Die Wirksamkeit des Schutzes nimmt dabei von Schutzklasse I hin zu Schutzklasse IV ab. Vor der Installation eines Blitzschutzsystems sollten Sie sich unbedingt fachmännisch beraten lassen und so herausfinden, welches System für Ihre individuellen Bedürfnisse am besten geeignet ist!

Bedenken Sie, dass man Blitzschutzanlagen regelmäßig überprüfen und warten muss! Das Ergebnis ist dabei in Form eines Prüfbefundes festzuhalten. Ein effektives Blitzschutzsystem („Lightning Protection System“) für Gebäude besteht vor allem aus vier Bestandteilen:

    1. Äußerer Blitzschutz (Auffangeinrichtungen, Ableitungen)
    2. Innerer Blitzschutz (Blitzschutz-Potenzialausgleich, Schutz elektrischer und elektronischer Anlagen)
    3. Erdungsanlagen (Übergang des Blitzstroms in die Erde)
    4. Überspannungsschutz (Ableitung von Blitzteilströmen)

Äußerer und Innerer Blitzschutz beim Haus

Der äußere Blitzschutz umfasst im Wesentlichen Auffangeinrichtungen sowie Ableitungen, die den Blitzstrom vom Dach in Richtung Erde – also zur Erdungsanlage – weiterleiten. Dabei sollte kein Punkt der auf dem Dach befindlichen Fangeinrichtungen mehr als fünf Meter von einem geerdeten Bauelement entfernt sein. Ebenso sind beispielsweise auch Schneefanggitter und Regenrinnen in die Verlegung einzubeziehen. Die Fangeinrichtungen werden über Ableitungen mit der Erdungsanlage verbunden. Wie viele Ableitungen sie benötigen, hängt nicht zuletzt auch von der Größe Ihres Hauses ab!

Beim inneren Blitzschutz handelt es sich um die Gesamtheit aller Maßnahmen gegen die Auswirkungen eines Blitzstroms beziehungsweise der Blitzspannung auf Installationen, Elektrik und Elektronik im Haus. Umgesetzt wird über einen sogenannten Blitzschutz-Potentialausgleich. Hier sind – unter anderem – die  Einhaltung von Trennungsabständen zwischen den zu schützenden metallischen Bestandteilen im Haus sowie die Vermeidung von Funkenüberschlägen zu beachten.

Erdungsanlage und Überspannungsschutz

Erdungsanlagen ermöglichen den Übergang des Blitzstroms in das Erdreich. Unterschieden wird dabei zwischen Oberflächenerder, Fundamenterder und dem Tiefenerder. In den überwiegenden Fällen stellt der Fundamenterder bei Neubauten die sinnvollste Lösung dar – er ist vergleichsweise auch oft am günstigsten.

Durch einen Überspannungsschutz werden sogenannte Blitzteilströme, die an spannungsführenden Leitungen auftreten können, abgeleitet. Die jeweiligen Überspannungsableiter sollten dabei genau auf die jeweiligen Spannungen, Frequenzen und Ströme angepasst werden. Sie ergänzen die Sicherungen und sind außerdem in der Regel wartungsfrei. Wichtig: Damit elektrische Geräte effektiv vor Blitzen geschützt sind, bedarf es eines Überspannungsschutzes – ein äußerer Blitzschutz allein genügt keinesfalls!

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