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Montag, 21. September 2020
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Bau- und Immobilienbranche: Corona-Pandemie forciert integrales und digitales Arbeiten

Porträtfoto Christoph M. Achammer
Porträtfoto Christoph M. Achammer

2020 steht bislang im Zeichen von Corona-Krise und Klimawandel. Die IG Lebenszyklus Bau, der in Österreich rund 100 Unternehmen aus allen Bereichen der Bau- und Immobilienbranche angehören, sieht beides eng aufeinander bezogen. Die Corona-Krise erweise sich als Testfall für New-Work-Modelle, Flexibilität am Arbeitsplatz ändere auf einen Schlag traditionell einstudierte Arbeitskulturen und biete neue Sichtweisen auch auf das Thema Ressourcen in einer Branche, die Innovationen gegenüber bisher eher zurückhaltend gegenüberstand.

„Die jetzige Situation stellt für viele unserer Mitgliedsunternehmen ohne Zweifel eine große Herausforderung dar. Aber: Die staatlich verordneten Maßnahmen forcieren das integrale und digitale Arbeiten in unserer Branche gerade massiv. Wir haben jetzt die einmalige Chance, das digitale, integrale und partnerschaftliche Arbeiten in unserer Branche zum Wohle aller Beteiligten und der gebauten Umwelt nachhaltig zu implementieren“, betont Prof. Christoph M. Achammer, IG Lebenszyklus Bau, ATP architekten ingenieure.

Neue Arbeitskultur bietet neue Sichtweise auf Umweltthemen – Green Deal als Impulsgeber für Arbeitsprogramm 2020

Für die Bau- und Immobilienbranche gelte es, die Chancen und Möglichkeiten des digitalen integralen Zusammenarbeitens und ökonomisch-ökologischer Zukunftskonzepte zu ergreifen und einen nachhaltigen Beitrag für ein besseres Zusammenleben in der Zukunft zu schaffen.

Als Lösungsweg gewinnen nun die bei der IG Lebenszyklus Bau seit Jahren entwickelten digitalen und integralen Projektarbeitsmodelle- und Methoden wie das K.O.P.T.-Modell (Kultur, Organisation, Prozess, Technologie) und die vernetzte und digitale Bauplanung, Ausführung und Baubewirtschaftung mit BIM (Building Information Modeling) massiv an Bedeutung.

Das vom Verband entwickelte „hybride Projektmanagement“ als Mixform zwischen agilen und klassischen Methoden, Interdisziplinarität als gelebtes und aktives „daily business“, der zeitgleiche digitale Austausch und Abgleich von Baudaten und die maximale digitale Vernetzung der Bauakteure ermöglichen ein erfolgreiches, nachhaltiges und in jeder Hinsicht weitreichendes Bauprojektergebnis. Diese positiven Effekte werden gerade in der jetzigen Situation auf den Baustellen durch die Abwicklung im Partnerschaftsmodell, wie z.B. beim Allianzvertrag mit risk sharing, verstärkt.

Bewusstsein und Transparenz für Umweltthemen steigen

Durch die eingeleiteten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergeben sich auch neue Sichtweisen und ein steigendes Bewusstsein für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Lebensräume der Menschen. Klimaneutraler Gebäudebau, Kreislaufwirtschaft, klimafreundliche Infrastruktur, Mobilität & Verkehr der Zukunft sowie Wissenschaft und Innovation sind die zentralen Hebel, die die Bau- und Immobilienwirtschaft im Green Deal der EU in der Hand hält.

„Das aktuell sozusagen ‚verordnete Lernen’ durch Corona schärft in nie dagewesenem Ausmaß das Bewusstsein der Menschen und die Thementransparenz für Umweltthemen, und das generationenübergreifend“, zeigt sich Karl Friedl, IG Lebenszyklus Bau, M.O.O.CON, überzeugt.

Green Deal als Impulsgeber

Im Arbeitsprogramm 2020 greift der Verein daher die Themenfelder des Green Deal auf und nimmt damit die gesellschaftliche Verantwortung der Bau- und Immobilienbranche beim Klimaschutz wahr: Die Arbeitsgruppen des Vereins, zu denen führende Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik zählen, erörtern, diskutieren und entwickeln bis zum diesjährigen Oktober Analysen, Problemstellungen und innovative Strategien und Lösungsansätze.

Unter Beteiligung von rund 50 Unternehmen beschäftigen sich insgesamt 9 Arbeitsgruppen der IG Lebenszyklus Bau in den zentralen Arbeitsbereichen Mobilität, Vernetzung und Verknappung mit Themen wie Hybrides Projektmanagement, Raum- und Infrastrukturentwicklung, Energieflexibilität, Kreislaufwirtschaft, Verknappung von Grund und Boden oder das klimaneutrale Gebäude der Zukunft. Die Arbeitsgruppen erarbeiten dabei branchenimmanente Analysen und Lösungen zur erfolgreichen Umsetzung des Green Deal in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Mit einem eigenen Programm fördert der Verein zudem ab Juni 2020 die digitale Weiterentwicklung der Branche auf Gebäude- und Stadtebene.

Die Ergebnisse werden am 20. Oktober 2020 anlässlich des Kongresses der IG Lebenszyklus Bau der Öffentlichkeit vorgestellt. Prominente Speaker auf EU-Ebene sowie aus internationaler und nationaler Wissenschaft, Politik, Finanz- und Umweltpolitik sollen den jährlich stattfindenden Kongress auch 2020 wieder zu einem zentralen Innovationskongress der österreichischen Bau- und Immobilienbranche machen. [APA-OTS]

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