Samstag, 16. Januar 2021
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APG: Österreich verzeichnet Allzeithoch beim Strom-Export

Österreich verzeichnet ein Allzeithoch beim Strom-Export.
Österreich verzeichnet ein Allzeithoch beim Strom-Export.

Noch nie wurde mehr Strom exportiert wie am 15. Juni 2020. Das zeigt, wie volatil und unberechenbar die neue Strom- und Energiewelt ist.

Noch nie in der Geschichte wurde so viel Strom exportiert wie am 15. Juni 2020 in der Periode zwischen 22:30 und 22:45 Uhr. Insgesamt 3.943 MW flossen zu diesem Zeitpunkt über das APG Stromtransportnetz ins Ausland. „Der Wert markiert ein historisches Hoch. Auch wenn es sich um eine Momentaufnahme handelt, zeigt das wie volatil und unberechenbar die neue Strom- und Energiewelt ist“, sagt Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand der APG. Eine extrem gute Wasserführung, Windspitzen, die die Windräder kräftig Strom produzieren ließen, bei gleichzeitig niedrigem Verbrauch in den Nachtstunden waren der Grund für den Stromüberschuss in Österreich.

Die rund 4.000 MW Leistung sind auch im europäischen Kontext eine beträchtliche Menge, stellen sie beispielsweise rund die Hälfte des heimischen Spitzenverbrauchs während des Sommers in Österreich dar oder entsprechen knapp der doppelten Erzeugungsleistung aller österreichischen Donaukraftwerke.

Bevor ein Import oder Export über die Strominfrastruktur der APG abgehandelt werden kann, bedarf es einer detaillierten Analyse und Prüfung der erwarteten Stromflüsse. Das ist notwendig, weil über so eine weite Strecke der Strom nur über das Übertragungsnetz weitergeleitet werden kann, dessen Kapazität aber häufig zu gering ist.

Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand APG
Thomas Karall, kaufmännischer Vorstand APG

In der Vergangenheit mussten bereits mehrfach erneuerbare Produktionsanlagen (u.a. Wind) in Europa – auch in Österreich – wegen unzureichender Netzkapazitäten gedrosselt werden. „Dies unterstreicht die hohe Bedeutung des Netzausbaus für das Gelingen der Energiewende – denn jede nicht genutzte aber produzierte MW-Stunde aus erneuerbarer Energie ist enorm schade“, konstatiert Karall. Das Allzeithoch zeigt aber auch, wie sensibel das Strom-Management geworden ist: Mussten in den vergangenen Tagen teilweise Erzeugungsüberschüsse in Österreich abgeregelt werden, waren noch wenige Wochen davor hohe Importe und das Anfahren konventioneller Kraftwerke aufgrund einer Flaute und Niedrigwasser in den Wasserkraftwerken zur heimischen Lastdeckung erforderlich.

„In der neuen Stromwelt ist durchaus häufiger damit zu rechnen, dass jeweils in gewissen Konstellationen erneuerbar produzierter Strom abgeschaltet und thermische Kraftwerke angefahren werden müssen. Das wird zumindest solange erforderlich sein, bis wir über eine ausreichende Netzinfrastruktur mit genügend Leitungskapazitäten und über eine ausreichende Speicherinfrastruktur verfügen “, weiß Karall.

Über Austrian Power Grid (APG)

Austrian Power Grid (APG) ist Österreichs unabhängiger Stromnetzbetreiber, der das über überregionale Stromtransportnetz steuert und verantwortet. Ihre Infrastruktur ist die Lebensader Österreichs, der Bevölkerung und seiner Unternehmen. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.400 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 600 Spezialistinnen und Spezialisten betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen seitens Wirtschaft und Gesellschaft anpasst. APG schafft Sicherheit in der Stromversorgung, damit alle Strom haben, wenn sie ihn brauchen. Als one Stop Shop ist APG ein wichtiger Dienstleister der Energiewirtschaft. Mitarbeiter von APG entwickeln die geeigneten Marktprodukte, beherrschen die Physik und garantieren Sicherheit und Effizienz für Österreich. In den nächsten zehn Jahren investiert APG insgesamt 2,9 Milliarden Euro in Österreichs Wirtschaft. Alleine im heurigen Jahr sind es 350 Millionen Euro.

[APA-OTS]

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